{"id":514,"date":"1997-10-24T18:32:04","date_gmt":"1997-10-24T16:32:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.akabahn.de\/homepage\/?p=514"},"modified":"2019-03-25T08:59:11","modified_gmt":"2019-03-25T07:59:11","slug":"1997-stellwerksexkursion-hanau-hbf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.akabahn.de\/homepage\/exkursionen\/1997\/10\/24\/1997-stellwerksexkursion-hanau-hbf\/","title":{"rendered":"1997 &#8211; Stellwerksexkursion Hanau Hbf"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 24. Oktober 1997 machten die Mitglieder von Aka-Bahn eine Besichtigung der beiden Stellwerkstypen des Hauptbahnhofs Hanau. Gegen 15.00 Uhr wurden wir von einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG empfangen. Zuerst gingen wir in das elektromechanische W\u00e4rterstellwerk im S\u00fcdteil des Hauptbahnhofes. Dabei  handelt es sich um ein Stellwerk der Bauform E43. Die Bedienelemente f\u00fcr  die Steuerung von Weichen, Signalen und Gleissperren ziehen sich \u00fcber  eine L\u00e4nge von mehr als f\u00fcnf Metern.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n<!--noteaser-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"340\" height=\"231\" src=\"https:\/\/www.akabahn.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/hanau1.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-515\"\/><figcaption>E43, Hanau Hbf<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dahinter an der Wand ist eine Art  Gleisfreimeldetafel angebracht, die jedoch &#8211; laut W\u00e4rter &#8211; nicht die  Augenscheinpr\u00fcfung ersetzt! Es gibt n\u00e4mlich F\u00e4lle, in denen zwar die zus\u00e4tzliche &#8222;Gleisfreimeldeeinrichtung&#8220; ein freies Gleis vort\u00e4uscht, obwohl eine Lok in dem betreffenden Gleis rangiert. Der Grund: Diese Einrichtung funktioniert nur in bestimmten Abschnitten eines Gleises, jeweils zwischen zwei Weichen. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"204\" src=\"https:\/\/www.akabahn.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/RTEmagicC_hanau2.gif.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-516\"\/><figcaption> E43, Hanau Hbf <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"340\" height=\"231\" src=\"https:\/\/www.akabahn.de\/homepage\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/hanau3.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-517\"\/><figcaption> E43, Hanau Hbf <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Interessant waren auch die Einrichtungen zur Verkn\u00fcpfung mit dem Fahrdienstleiterstellwerk. Damit der W\u00e4rter am einen Ende der &#8222;Hebelbank&#8220; auch den Zugschluss beobachtet, ist am anderen  Ende &#8211; am kleinen zu den Bahnsteigen weisenden Fenster  &#8211; eine kleine Box  zur Best\u00e4tigung angebracht. Au\u00dferdem befinden sich hier auch die Tasten zur Abgabe von Zustimmungen f\u00fcr Einfahrten. Die Arbeit des W\u00e4rters sah sehr routiniert aus, trotzdem haben wir es f\u00fcr einen kurzen Augenblick  geschafft, ihn aus dem Konzept zu bringen. Durch unsere Fragen hat er  beinahe vergessen, einen Befehl wieder zur\u00fcckzugeben, woraufhin sich der  Fahrdienstleiter \u00fcber Funk meldete: Ob er denn schlafen w\u00fcrde oder so. Er solle doch gef\u00e4lligst den Befehl zur\u00fcckgeben. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesem kleinen &#8211; f\u00fcr den sicheren  Betrieb unbedeutenden &#8211; Zwischenfall besichtigten wir das dreist\u00f6ckige Fahrdienstleiterstellwerk. In den ersten beiden Etagen befindet sich die Technik und der Aufenthaltsraum der Mitarbeiter, in der obersten das  Herz der Anlage: die Schaltzentrale des ESTW-Stellwerks. Diese Bauform  bedient sich der Computertechnik. Die beiden Fahrdienstleiter (Fdl), die  sich die Arbeit teilen, haben jeder lediglich ein Tableau vor sich liegen und drei Monitore vor sich auf dem Tisch stehen. Auf dem Tableau, das mittels eines Stiftes bedient wird, ist ein Spurplan der einzelnen Gleise, Signale und Bahn\u00fcberg\u00e4nge (B\u00dc) im Bahnhof und Umgebung, sowie die einzelnen Bedientasten dargestellt. Etwas abseits von diesem Tableau  befindet sich &#8211; im Tisch eingelassen &#8211; eine rote KF-Taste (<strong>K<\/strong>ommando<strong>f<\/strong>reigabe), die aus einer bequemen Sitzhaltung schwer zu bedienen ist. Das hat auch  seinen Grund, denn schlie\u00dflich quitiert der Fahrdienstleiter damit eine Handlung, die vom Regelbetrieb abweicht und eine Gef\u00e4hrdung der Sicherheit beinhalten kann. Au\u00dferdem mu\u00df er diese z\u00e4hlpflichtigen Handlungen begr\u00fcnden. Auf den beiden linken Monitoren werden die aktuelle Gleisbelegung, Zugfahrten und Rangierfahrten auf einem Spurplan  des Bahnhofs vergr\u00f6\u00dfert angezeigt. <\/p>\n\n\n\n<p>Der rechte Monitor stellt einen Ausschnitt  der Umgebung als Spurplan dar; damit ist eine bessere \u00dcbersicht \u00fcber die  ankommenden und abfahrenden Z\u00fcge gew\u00e4hrleistet. Hinter den Monitoren  befinden sich noch drei &#8211; in die Wand eingelassene &#8211;  \u00dcberwachungsmonitore der drei zu sichernden B\u00dcs. Die Sicherung eines B\u00dcs ist ganz einfach. Jeder Zug, der sich einem dieser drei B\u00dcs n\u00e4hert, leitet den Schlie\u00dfvorgang des B\u00dcs ein. Gleichzeitig schaltet sich der  Bildschirm, dessen B\u00dc sich gerade schlie\u00dft, ein. Nachdem der Bahn\u00fcbergang  geschlossen ist, braucht der Fahrdienstleiter nur noch darauf zu achten, dass sich keine Personen oder Fahrzeuge auf dem B\u00dc befinden. Er meldet dann den entsprechenden B\u00dc frei. Dazu tippt er mit seinem Bedienstift (Pen) das Feld UF &#8211; f\u00fcr Bahn\u00fcbergang freimelden &#8211; an, danach das Feld des entsprechenden B\u00dcs und anschlie\u00dfend V &#8211; f\u00fcr Eingabe verarbeiten. Nun kommt die Aufforderung, die KF-Taste zu bedienen, allerdings ohne Z\u00e4hlung und  Begr\u00fcndung. Die rote KF-Taste mu\u00df genau 3 Sekunden gedr\u00fcckt werden, damit die Bedienung anerkannt wird. Wird die Taste zu kurz gedr\u00fcckt,  m\u00fcssen die vorangegangenen Schritte wiederholt werden. Wird sie hingegen  zu lang gedr\u00fcckt, meldet der Rechner eine St\u00f6rung der KF-Taste. In  diesem Fall, mu\u00df erst diese St\u00f6rung behoben werden, wozu als letzte Aktion die KF-Taste wieder genau 3 Sekunden zu dr\u00fccken ist. Erst danach  kann wieder damit begonnen werden, den B\u00dc freizumelden. Dies soll verhindern, da\u00df eine KF-Taste, die sich verklemmt hat, evtl. weitere schwerwiegende Folgen f\u00fcr die betriebliche Sicherheit nachsichzieht. Es  ist also ganz einfach einen B\u00dc zu sichern, oder? Solange dies nicht geschehen ist, wechselt das Signal f\u00fcr diesen Abschnitt \u00fcber den B\u00dc nicht auf Fahrt. Das hei\u00dft im Klartext: Wenn der Fdl einen B\u00dc nicht  fr\u00fchzeitig freimeldet, mu\u00df der sich dem Signal n\u00e4hernde Zug abgebremst  werden und dies wiederum f\u00fchrt zu Versp\u00e4tungen. Auf die Frage, was  passiert, wenn ein Fahrzeug auf dem B\u00dc steckenbleibt, und die Schranken  bereits geschlossen sind. Bekommen wir als Antwort zu h\u00f6ren: Dann mu\u00df  der B\u00dc wieder ge\u00f6ffnet werden mit KF-Tasten-Bedienung und Z\u00e4hlung sowie  nach der R\u00e4umung wieder geschlossen und freigemeldet werden. Dies kostet  nat\u00fcrlich Zeit und f\u00fchrt dadurch zu Versp\u00e4tung des Zuges. Wenn der B\u00dc allerdings schon freigemeldet ist und beispielsweise ein ungeduldiger Fu\u00dfg\u00e4nger begibt sich auf die Schienen zwischen den Schranken, so ist es zwar m\u00f6glich dem herannahenden Zug das Signal, das vor dem B\u00dc steht, wieder auf Halt zu stellen aber sich der Zug schon entsprechend nahe am deckenden Signal befindet und selbst wenn der Zug dadurch eine  Zwangsbremsung erhalten w\u00fcrde, reicht der Abstand zum B\u00dc dann oft nicht aus, um vor dem B\u00dc zum Stehen zu kommen. In diesem Fall den B\u00dc wieder zu \u00f6ffnen w\u00e4re ebenfalls gef\u00e4hrlich, da die wartenden Fahrzeuge den B\u00dc zu  \u00fcberqueren beabsichtigen. Ein Zusammensto\u00df Zug mit Kraftfahrzeug geht leider zu Ungunsten des Fahrzeugs aus. Leider mu\u00dften wir einen ungeduldigen Zeitgenossen bei der \u00dcberquerung eines freigemeldeten B\u00dcs  beobachten. Zwar ist er vor dem stehenden Zug \u00fcber die Gleise getreten, aber es h\u00e4tte auch genau zu dieser Zeit ein Zug aus der Gegenrichtung kommen k\u00f6nnen. Auch einen waghalsigen Zweiradfahrer durften wir beobachten, der w\u00e4hrend sich die ersten beiden der vier Schranken  schlossen, noch schnell einen Schlenker \u00fcber den B\u00dc machte. An dieser Stelle sollte ich auch die einzige Frau erw\u00e4hnen, die hier oben ihre Arbeit verrichtet. Sie ist Zugansagerin. Sie ist diejenige, die die  Fahrg\u00e4ste begr\u00fc\u00dft, deren Anschl\u00fcsse nennt und den Zielanzeiger um  Hinweise wie: 5 min. Versp\u00e4tung oder heute von Gleis 7, erg\u00e4nzt.  Wiederum haben wir es geschafft, jemandem mit unseren Fragen aus dem  Konzept zu bringen. Sie wu\u00dfte zeitweise nicht mehr, ob sie einen Zug  angesagt hat oder nicht. Vielleicht war sie auch unserem Charme erlegen,  wer wei\u00df? Auf jeden Fall haben wir gegen 18.00 Uhr, als die n\u00e4chste  Schicht kam, uns herzlich bedankt und verabschiedet. <\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich noch einen  besonderen Dank an Holger Metschulat, einem unserer Technikreferenten  der Aka-Bahn, aussprechen, ohne dessen fabelhafte Organisation diese  Exkursion nicht stattgefunden h\u00e4tte, sowie an die freundlichen  Mitarbeiter des Hauptbahnhofs Hanau, die uns diesen fantastischen  Einblick in ihre T\u00e4tigkeit gegeben haben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Text: Autor unbekannt. [\u00dcbernommen \/ \u00dcberarbeitet 24.03.2019; RG]<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. Oktober 1997 machten die Mitglieder von Aka-Bahn eine Besichtigung der beiden Stellwerkstypen des Hauptbahnhofs Hanau. 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