{"id":512,"date":"1998-04-06T18:15:32","date_gmt":"1998-04-06T16:15:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.akabahn.de\/homepage\/?p=512"},"modified":"2019-03-25T09:02:14","modified_gmt":"2019-03-25T08:02:14","slug":"1998-aka-bahn-exkursion-zur-netzleitzentrale-in-frankfurt-main","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.akabahn.de\/homepage\/exkursionen\/1998\/04\/06\/1998-aka-bahn-exkursion-zur-netzleitzentrale-in-frankfurt-main\/","title":{"rendered":"1998 &#8211; AKA Bahn Exkursion zur Netzleitzentrale in Frankfurt\/Main"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 26. M\u00e4rz 1998 fand die von AKA-Bahn organisierte Exkursion zur Netzleitzentrale (NLZ) der DB AG in Frankfurt am Main statt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst wurden wir von unserem Begleiter, Herrn Lehberger, anhand  einiger Folien \u00fcber die Entwicklungsgeschichte, die Funktionsweise und  die organisatorische Einbindung der NLZ in den DB-Konzern informiert.<\/p>\n\n\n\n<p> Hierbei erkl\u00e4rte uns Herr Lehberger, dass von  der NLZ aus s\u00e4mtliche vertakteten Z\u00fcge des Personenfernverkehrs (ca. 900 Z\u00fcge pro Tag) sowie der Qualit\u00e4tsz\u00fcge des G\u00fcterverkehrs (ebenfalls ca. 900 Z\u00fcge) \u00fcberwacht und n\u00f6tigenfalls disponiert werden. Hierbei werden die Anweisungen nicht direkt von der NLZ ausgef\u00fchrt (es handelt sich um kein Stellwerk), sondern diese werden an die regionalen Zug\u00fcberwachungen bzw. direkt an die Fahrdienstleiter der Stellwerke weitergegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist, dass sowohl die Besetzung  der NLZ als auch die Priorit\u00e4ten der Zuggattungen von der Tageszeit abh\u00e4ngig sind. So sind tags\u00fcber in der Regel vier Disponenten f\u00fcr den  Personenverkehr und ein Disponent f\u00fcr den G\u00fcterverkehr zust\u00e4ndig. Nachts wird die Besetzung auf zwei Disponenten f\u00fcr den G\u00fcterverkehr und einen Disponenten f\u00fcr den Personenverkehr reduziert. Um diese flexible Besetzung zu erm\u00f6glichen, sind alle Arbeitspl\u00e4tze so gestaltet, dass jeder Arbeitsplatz alle Aufgaben und Netzbereiche abdecken kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Informations\u00fcbermittlung der  Zuglaufdaten erfolgt von ausgew\u00e4hlten Meldepunkte, die etwa alle 20 km entlang der Strecken liegen. Dabei werden drei Datens\u00e4tze \u00fcbermittelt: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>die Soll- und die Ist-Zeit der Durchfahrt des Zuges sowie die Differenz der beiden Werte,&nbsp;<\/li><li>der eventuelle Versp\u00e4tungsgrund, nach einem Schl\u00fcssel codiert und&nbsp;<\/li><li>ein freier Text f\u00fcr Erl\u00e4uterungen.&nbsp;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Um genauere Informationen zu erhalten, k\u00f6nnen sich die Disponenten jederzeit in eine der regionalen Zug\u00fcberwachungen einschalten und somit Daten \u00fcber s\u00e4mtliche Z\u00fcge abzurufen. In der \u00dcbersicht sind jedoch im wesentlichen zwei  Informationsarten dargestellt: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>eine Knotenpunkt\u00fcbersicht, in der \u00e4hnlich der Darstellung  eines Bahnhofes im Bildfahrplan die ankommenden und abfahrenden Z\u00fcge und  zus\u00e4tzlich die Anschlussbeziehungen dargestellt sind. Gef\u00e4hrdete  Anschl\u00fcsse sind dabei hervorgehoben. <\/li><li>eine Strecken\u00fcbersicht in Form eines Bildfahrplanes, worin  sowohl eine Beschreibung der Vergangenheit und der aktuellen Ist-Situation als auch eine Prognose der zuk\u00fcnftigen Situation  dargestellt ist. Mit Hilfe der Prognose k\u00f6nnen durch Eingabe einer  erwarteten Versp\u00e4tung eines bestimmten Zuges sehr schnell die zu erwarteten Konflikte erkannt werden. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beide Informationen sind auf einem weiteren  Bildschirm in tabellarischer Form dargestellt. Hierin sind auch die  Erl\u00e4uterungen aus dem dritten Datensatz aufgef\u00fchrt. Auf einem dritten  Bildschirm befindet sich eine Oberfl\u00e4che zur Kommunikation (e-mail). <\/p>\n\n\n\n<p>Die Arbeitsweise der Netzleitzentrale  konnten wir w\u00e4hrend unserer Besichtigung anhand zweier St\u00f6rungsf\u00e4lle  verfolgen. Beim einen handelte es sich eine Weichenst\u00f6rung im Bahnhof  Hanau-Wolfgang, durch die ein Inter-Regio um etwa 30 Minuten behindert  wurde. Die andere &#8222;St\u00f6rung&#8220; war ein &#8222;Personenunfall&#8220; in Heidelberg. Die  bedauerliche Allt\u00e4glichkeit solcher Vorf\u00e4lle zeigte sich in der Frage des Diponenten nach dem Standpunkt des betroffenen Zuges: &#8222;Ist er drauf oder dr\u00fcber?&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Im gleichen Raum wie die Netzleitzentrale  sind \u00fcbrigens auch die Zentralen Transportleitungen der Gesch\u00e4ftsbereiche G\u00fcterverkehr und Fernverkehr untergebracht, so dass zwischen den Disponenten, die dem Gesch\u00e4ftsbereich Netz angeh\u00f6ren, und  ihren &#8222;Kunden&#8220; eine st\u00e4ndige Kommunikation stattfindet. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">&nbsp;<em>J\u00f6rg Brill, 06.04.1998<\/em> [\u00dcbernommen \/ \u00dcberarbeitet 24.03.2019: RG]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 26. 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